Freitag, 15. November 2013

I hate Excel - oder: Daten visualisieren für Dummies

Über meine Landsleute sagt man gern: Wat de Buer nich kennt, dat fritt er nich. Wenn ich vor langen Excel-Listen sitze, die ich anschaulich darstellen soll, hasse ich erst einmal Excel. Warum? Weil ich mich nicht auskenne. Weil es mir zu kompliziert ist. Weil ich mir nicht die Zeit nehme (oder sie einfach nicht habe), mich in die wunderbare Excel-Welt einzuarbeiten. Und die scheint es zu geben, wenn man den Insidern glaubt.

Ich glaube gern, was ich sehe: Und heute habe ich zum ersten Mal Datawrapper gesehen. Und wie der Wrap von Macdonalds (Ja, es gibt bessere...) wickelt der Datawrapper einen Wust von Gemüse, sorry: Daten ein. Er umhüllt sie genau mit dem Rahmen und versieht sie mit den Zutaten, die ich will: Säulen, Kurven, Tortenstücke - und was sonst die Welt der Datengrafik Schönes bereit hält. Kleine Kostprobe gefällig?

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Wenn diese Probe noch nicht schmeckt, probiert es einfach selbst aus: Datawrapper verlangt dafür noch keine Anmeldung - einfach eine beliebige Tabelle hochladen und in die verschiedensten "Teighüllen" wrappen. Erstaunlich, wie viel Spaß das Jonglieren mit Zahlen machen kann. Außerdem enthüllt sich der tiefer Sinn des Satzes: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Data-Wrapper sind in guter Gesellschaft: Bis August 2013 standen bereits 22 Millionen Diagramme im Netz, die dem Wrapper ihre Herkunft verdanken. Jeden Monat zeugen 5 Millionen neue Diagramme davon, dass ihre Autoren auch keine Lust hatten, sich mit den einschlägigen Tools von Microsoft & Co. herumzuschlagen.
Solche Grafiken findet man heute im SPIEGEL genauso wie in THE GUARDIAN, in LE MONDE ebenso wie in der WASHINGTON POST - und demnächst auch bei mir :-)

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